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Cycleonium (2007/2008)

Daniel Dominguez

Projektbetreuung: Prof. Dr. Paulo Ferreira Lopes

Das Cycleonium ist ein digitales Klanginstrument. Alltägliche Gegenstände wie ein Fahrrad und eine Flasche werden hier in einen neuen Kontext gesetzt und bilden die Grundlage der Klanggestaltung. Sie verlieren somit ihre herkömmliche Funktion und sind als unabdingbare Parameter dieses Instrumentes zu sehen.

Cycleonium

Es besteht grob aus drei Teilen: ein Fahrrad, eine Flasche und ein Propeller. Das Fahrrad ist so umgebaut, dass es einem Hometrainer gleicht. Auf diese Art kann der Propeller angetrieben werden, wodurch der dabei entstehende Luftstrom auf die Kante der Flaschenöffnung trifft. Ähnlich wie bei einer Querflöte entsteht im Korpus der Flasche eine periodisch schwingende Luftsäule, die als Tonhöhe wahrnehmbar ist. Die Intensität des Klanges ist abhängig von der Umdrehungszahl des Propellers und somit von der Kraft die der Spieler aufwendet.

Die Atemgeräusche des Spielers, sowie die Ketten- und Wellengeräusche des Fahrrads sind ebenso von Bedeutung wie der Klang der Flasche selbst. Mittels Live-Elektronik, die der Benutzer per MIDI-Controller steuern kann, werden die Klänge/Geräusche bearbeitet bzw. verändert und in Stereo wiedergegeben.

Das Cycleonium wurde erstmals am 2. Juli 2008 im Rahmen der Initiative der Bundesregierung und Deutschen Bank „Deutschland – Land der Ideen“ präsentiert. Aus der Arbeit mit diesem Instrument hat Daniel Dominguez das Stück 5 Klangaktionen für Cycleonium, Pulse-Guitar, Grain-Table, Querflöte, Glas, Klangschale und Live-Elektronik entwickelt (UA 22. Januar 2009 im ZKM), das für den Wettbewerb für elektronische und elektroakustische Werke IMEB Bourges 2009 nominiert wurde. Des weiteren wird das Cycleonium auf der diesjährigen Sound and Music Computing Conference in Porto und dem ARRET MEDIA Festival in Straßburg vorgestellt.

Das Cycleonium wurde zusammen mit der Lehrwerkstatt der Chiron-Werke GmbH & Co. KG entwickelt und realisiert.